Kommunales Energiemanagament
Kommunales Energiemanagement in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla gestartet
Seit dem 1. April 2025 verstärkt Mario Krisch die Gemeinde Ottendorf-Okrilla als Energiemanager. Ziel seiner Tätigkeit ist es, die Energie- und Wasserverbräuche der kommunalen Liegenschaften systematisch zu erfassen, Einsparpotenziale aufzudecken und den Gebäudebetrieb langfristig effizienter zu gestalten.
Die Grundlage dafür wurde bereits im Herbst 2023 geschaffen. Zu diesem Zeitpunkt beantragte die Gemeinde Ottendorf-Okrilla bei der Zukunft – Umwelt – Gesellschaft (ZUG) gGmbH die Förderung einer Stelle für das kommunale Energiemanagement. Bis zur endgültigen Bewilligung war jedoch Geduld gefragt. Das Förderverfahren nahm aufgrund verschiedener Rahmenbedingungen deutlich mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich erwartet.
Mit der Besetzung der Stelle können nun Aufgaben gezielt angegangen werden, die mit den bislang vorhandenen personellen Ressourcen nicht in diesem Umfang leistbar gewesen wären:
Aufbau und Leitung eines kommunalen Energieteams
Projektberichterstattung an kommunale Entscheidungsträger
Erfassung und Bewertung energetischer Liegenschaftsdaten und Definition eines Einsparziels
Etablierung eines softwaregestützten Energiecontrollings und Berichtswesens
Planung von Optimierungsmaßnahmen und Begleitung der Umsetzung
Erarbeitung und Durchsetzung von Standards für den Gebäudebetrieb
Motivation und Sensibilisierung der kommunalen Angestellten für einen effizienten Energieeinsatz
Mitwirkung bei der Planung investiver Maßnahmen bei kommunalen Gebäuden und Anlagen
Heizungssteuerung in allen kommunalen Gebäuden
Straßenbeleuchtung im Gemeindegebiet
Für Bürgermeister Rico Pfeiffer ist die Einführung des kommunalen Energiemanagements ein wichtiger Schritt, um die kommunalen Gebäude zukunftsfähig aufzustellen. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen und begrenzter finanzieller Mittel sei es notwendig, Energieverbräuche genauer zu betrachten und vorhandene Einsparmöglichkeiten konsequent zu nutzen.
Nach der Förderzusage konnten schließlich die notwendigen Voraussetzungen geschaffen und die Stelle des Energiemanagers besetzt werden. Damit beginnt für die Gemeinde ein langfristiger Prozess, bei dem nicht einzelne Maßnahmen, sondern die kontinuierliche Verbesserung des Gebäudebetriebs im Mittelpunkt steht.
Für Mario Krisch bedeutet dies zunächst, einen umfassenden Überblick über die kommunalen Liegenschaften und deren Energieverbräuche zu gewinnen. Verbrauchsdaten müssen zusammengetragen und ausgewertet, technische Anlagen betrachtet und bestehende Betriebsweisen hinterfragt werden. Auf dieser Grundlage sollen Schritt für Schritt konkrete Optimierungsmaßnahmen entwickelt werden.
Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei die regelmäßige Kontrolle der Energie- und Wasserverbräuche. Auffälligkeiten und ungewöhnliche Verbrauchsentwicklungen sollen dadurch frühzeitig erkannt werden. Ergänzend werden Gebäude und technische Anlagen vor Ort betrachtet, Einstellungen von Heizungs- und Regeleinrichtungen überprüft und Möglichkeiten zur Optimierung des laufenden Betriebs untersucht.
Dabei geht es nicht ausschließlich um technische Lösungen oder größere Investitionen. Auch durch angepasste Betriebszeiten, optimierte Einstellungen und einen bewussteren Umgang mit Energie lassen sich Einsparungen erzielen. Deshalb gehört auch die Einbindung und Sensibilisierung der Mitarbeiter und Gebäudenutzer zu den Aufgaben des kommunalen Energiemanagements.
„Kommunales Energiemanagement ist keine einmalige Maßnahme, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Unser Ziel ist es, Verbräuche transparent zu machen, unnötigen Energieeinsatz zu vermeiden und die vorhandenen Gebäude und Anlagen möglichst effizient zu betreiben“, erklärt Mario Krisch.
Davon profitiert die Gemeinde in mehrfacher Hinsicht: Ein geringerer Energie- und Wasserverbrauch entlastet langfristig den kommunalen Haushalt und trägt gleichzeitig dazu bei, Ressourcen zu schonen und die mit dem Gebäudebetrieb verbundenen Emissionen zu reduzieren.
Mit dem kommunalen Energiemanagement schafft die Gemeinde Ottendorf-Okrilla damit eine dauerhafte Grundlage, um Energieeffizienz nicht nur bei zukünftigen Investitionen, sondern insbesondere auch im täglichen Betrieb ihrer Gebäude systematisch zu berücksichtigen.
Förderung
KSI: Aufbau und kontinuierlicher Betrieb eines Energiemanagementsystems (EMS) in der Gemeinde Ottendorf-Okrilla.
Förderkennzeichen: 67K27857
Laufzeit: 01.04.2026 - 31.03.2029
Nationale Klimaschutzinitiative
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Projektträger: www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie (neues Fenster, externer Link)